„Afghanistan – Kann nit verstahn?“
General a. D. Egon Ramms zu Gast beim Stifterfest in Seesen


Am vergangenen Freitag war der ehemalige Vier-Sterne-General der Nato, Egon Ramms, als Gastredner des Stifterfestes der Stiftung „Kirche in unserer Zeit“ geladen. Bei seinem vielbeachteten und mit reichlich Beifall bedachten Vortrag vertrat er die These, dass Afghanistan vor allem zu sich selbst finden muss. Dies könne am besten verstanden werden, wenn man die tatsächlichen Verhältnisse in Afghanistan kenne.

Seesen (JK). Den Auftakt zum diesjährigen Stifterfest, zu dem als besondere Gäste MDL Rudolf Götz, Bürgermeister Hubert Jahns, MDL Petra Emmerich-Kopatsch, erster Stadtrat Erik Homann sowie Friedel Traupe eingeladen waren, bildete ein festlicher Gottesdienst, in dem der Flötenkreis Mechtshausen unter der Leitung von Heike Sperling musizierte. Dieser hatte im vergangen Jahr eine Anschubfinanzierung für die Beschaffung von Instrumenten aus Stiftungsmitteln erhalten.

In seiner Predigt ging Propst Gleicher auf aktuelle Probleme ein: „Neben der Katastrophe in Japan, einem Land, dem unser tief empfundenes Mitgefühl gilt, und unsere aktive Nächstenliebe, sind die Fragen von Krieg und Frieden, von militärischem Einsatz als Friedensmission im Sinne der Nächstenliebe und um der betroffenen Menschen willen oder als Mission für die Sicherung wirtschaftlicher Interessen oder einer Mischung von beidem von höchster Brisanz und müssen ohne Polemik oder Ideologie offen diskutiert werden. Einfache Antworten wird es dabei nicht geben.“ Die Kollekte in Höhe von rund 600 Euro wurde folgerichtig den Erbeben-Opfern in Japan zu Verfügung gegeben.

Ein Signal, das vor allem die beiden Japanerinnen, Yoko Itho und Rihae Park, die beim Festakt im Kirchenzentrum gemeinsam mit Andreas Pasemann musierten, gern aufgenommen haben. Die mit Spannung erwartete Rede von General a. D. Egon Ramms war getragen von der Überzeugung, dass Afghanistan in erster Linie zu sich selbst kommen muss. Eine These, die erst bei näherem Hinsehen verständlich ist. Egon Ramms zeichnete in seiner Rede eine Entwicklung nach, die ja schon parallel in der Kirche stattgefunden hat. Stand dort nämlich beim Thema Mission in früheren Jahren vor allem die Umformung von Gesellschaften beispielsweise in Afrika nach europäischem Muster und dessen Werte-Codex im Vordergrund, wandelte sich diese sehr rigide Form der überfremdenden Evangelisation zu einer tätigen Nächstenliebe, bei der zunehmend die tatsächlichen Bedürfnisse der Adressaten in den Blick genommen wurden. Die engagierte Arbeit von „Brot für die Welt“ dient dabei als leuchtendes Beispiel.

Ähnlich verhält es sich auch mit der Afghanistan-Frage. Im Vordergrund verantwortlicher Nato-Politik müssen, so Egon Ramms, das Land, seine Bewohner, ihre Kultur und ihre religiösen und moralischen Vorgaben gesehen, ja mehr noch: ernst genommen werden. Eine „Peace-Maker-Befriedung“ a la „Uncle Sam“ aus den 80ger Jahren, die mit reichlich Zynismus und Grausamkeit daher gekommen ist, sei hier völlig fehl am Platze. Zum Glück habe sich die grundsätzliche Haltung der Nato, die nach neuster Strategie nicht nur ein militärisches, sondern ein politisch-militärisches Bündnis ist, völlig gewandelt zugunsten einer Wertschätzung und Wahrnehmung des „Nächsten“, wie sie etwa im Neuen Testament als Nächsten-Achtung vorgegeben ist.

Dass der „Nächste“ dabei auch ganz weit entfernt leben kann, ist gerade in der Afghanistan-Frage mit Händen zu greifen. Die Luftlinie zwischen Hannover und Kabul beträgt gerade mal eben satte 5000 Kilometer. Damit betreten wir den asiatischen Raum mit seiner ganz eigenen Kultur und Geschichte. Aber gerade um sie geht es bei der Afghanistan-Frage in erster Linie. Das Land befindet sich seit 30 Jahren im Krieg. Wir Deutschen haben bekanntlich lange genug gebraucht, um diesen Zustand in Afghanistan überhaupt Krieg zu nennen.

Ganz anders als derzeit in Libyen, wo die Rebellen mitten aus der Bevölkerung und in deren Interesse handeln, sei die Lage in Afghanistan genau umgekehrt: Die Taliban quälen und foltern quasi von außen und ganz gegen den Willen der Bevölkerung seit mehreren Jahrzehnten das Land und finanzieren ihren Krieg unter anderem mit einem brachialischen Drogenschmuggel, dessen Rohstoffe auf Feldern gedeihen, deren Fläche etwa einem Drittel der gesamten Bundesrepublik entspricht. Durch das Engagement der Nato sei es zwar gelungen, die Produktion von Opiaten von 9000 Tonnen (2007) auf „nur noch“ 7000 Tonnen (2010) zu drosseln, aber es läge noch ein weiter Weg vor allen beteiligten Kräften. Beruhigend für europäische Ohren war zu hören, dass das andere Standbein der Taliban – der Waffenhandel – nicht durch europäische Waffenlieferungen unterstützt werde.

Die zentrale Frage ist natürlich: Wodurch war der Nato-Einsatz überhaupt zustande gekommen? General Ramms verwies in diesem Zusammenhang auf das Bombardement des World-Trade-Centers in New York im Jahre 2001 hin. Damals habe man weltweit die unglaubliche Bedrohung durch die Taliban erkannt und gemeinsam beschlossen, den langen Weg einer wirksamen und nachhaltigen Bekämpfung dieses Terrors einzuschlagen. Und das mit möglichst friedlichen Mitteln. Kernpunkt dieser Strategie ist die Stärkung der Regierungen und der Infrastruktur der betroffenen Länder. In Afghanistan habe man sich dabei vor allem auf die Ausbildung im weiteren Sinne konzentriert. Rund 75 Prozent der Bürger/Innen sind Analphabeten! Damit aber Soldaten und Polizisten Befehle überhaupt aufnehmen und umsetzen können, müssen sie Lesen und Schreiben lernen.

Nach dieser ersten Hürde folgt der Aufbau demokratischer Strukturen in einer durch viel Korruption geprägten Stammes-Gesellschaft mit ihren dezentralen Machtstrukturen, die übrigens trotz großer Fortschritte immer noch die höchste Kindersterblichkeit der Welt verzeichnen muss. Die medizinischen Probleme klingen an. Zudem müsse die hohe Arbeitslosigkeit von 36 Prozent – ein idealer Nährboden für Radikalismus – eingedämmt werden. Als nächster Schritt stehe die Teilhabe der Bevölkerung an der Regierung, der Polizei und der Armee sowie viele weitere, zivile Entwicklungsaufgaben auf dem Stundenzettel.

Jedem dürfte klar sein, dass all diese Schritte nicht innerhalb von einigen Jahren zu vollziehen sind. Daher bedeute die Übergabe des Landes an die Bevölkerung, die für das Jahr 2014 geplant ist, durchaus keinen General-Rückzug der rund 143.000 Soldaten der Nato und weiterer Kräfte aus 32 von 34 Provinzen im Land. Vielmehr brauche, so Ramms, die zarte Knospe der aufkeimenden Demokratie nach eigenem, afghanischem Muster noch viel Schutz und tatkräftige Unterstützung auf Jahre hinaus.

In wirtschaftlicher Hinsicht sei auch schon Hoffnungsvolles geleistet worden. So seien beispielsweise erste Bergbau-Projekte angelaufen. Leider aber bediene sich derzeit schon Nachbar-Gigant China fleißig der erbrachten Erträge. Auf zwei Details sei stellvertretend für viele andere Einzelfragen hingewiesen: Die Grenze zum Nachbarland Pakistan, einer Hochburg der Taliban, ist 2500 Kilometer lang und führt zum erheblichen Teil über eine Berglandschaft mit Gipfeln von 2000 bis 3000 Metern Höhe. Ein Grenz-Zaun a la Germany ist hier also völlig undenkbar. Zum anderen schreibt man in Afghanistan das Jahr 1390. Man stelle sich eine Kalenderumstellung auf das Jahr 2011 an einem Tag vor.

In der anschließenden regen Diskussion stand natürlich die Frage deutscher Beteiligung an diesem Krieg im Vordergrund. Dazu der General abschließend: „Ich möchte betonen, dass die Soldaten lediglich für einen Teil des zu erreichenden Ziels in Afghanistan verantwortlich sind. Viele Aufgaben fallen nicht in den eigentlichen Aufgabenbereich der Soldaten, aber wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten und auch dort auszuhelfen, wo andere nicht oder noch nicht helfen können oder wollen. Dass wir am Einsatz in Afghanistan festhalten müssen, steht für mich außer Zweifel. Es ist die Aufgabe aller Beteiligten, unserer Bevölkerung die Sinnhaftigkeit dieses Einsatzes deutlich zu machen.“

Das anschließende gemeinsame Abendessen, das zum einen vom Altenzentrum St. Vitus und zum anderen von Karl-Heinz Fischer aus Wohlenhausen zubereitet war, mundete allen sehr. Dabei kreisten die Tischgespräche noch längere Zeit um die in der Festrede angeschnittenen Themen. Hatte Margot Käßmann 2009 noch formuliert: „Nichts ist gut in Afghanistan“, so mochte man nach dem sehr informativen Abend eher glauben: „Es ist jetzt vieles deutlich besser in Afghanistan“!

Hier gibt es die komplette Rede von General a.D. Egon Ramms als PDF.
 

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Großes Stifterfest am 19. Februar 2010

Bundes-Gesundheitsminister Dr. Rössler ist der Redner beim Stifterfest
Das Kuratorium der Stiftung „Kirche in unserer Zeit“
freut sich auf neue Impulse für Kirche und Gesellschaft

Das Kuratorium der Stiftung „Kirche in unserer Zeit“ verantwortet das nächste Stifterfest, das am 19. Februar um 18 Uhr erstmals nicht in Seesen, sondern vielmehr in Kirchberg stattfinden wird. Ein Shuttle-Service wird alle Gäste rechtzeitig vor Ort ankommen lassen.

Bereits zum fünften Male findet das Stifterfest statt, das die Stiftergemeinschaft stärken und zu vertieften Begegnungen untereinander führen wird. Beim Stifterfest soll jeweils ein prominenter Redner zu vertiefter Gesellschaftswahrnehmung sowie zur Auseinandersetzung mit durchaus weltlichen Themen anregen, denn die Stiftung ist von Herkunft und Auftrag zwar durch und durch kirchlich, aber gerade dieses evangelische Grundelement verpflichtet seit der Reformation zu präziser Weltwahrnehmung.

Als Redner für dieses neuerliche Stifterfest konnte das Kuratorium Bundes-Gesundheitsminister Dr. Philipp Rösler gewinnen. Er wird in den Festräumen des Rittergutes der Familie von Petersdorff-Campen zu aktuellen Themen, natürlich mit Schwerpunkt auf die anstehenden Herausforderungen zur Gesundheitspolitik, sprechen.

Das Stifterfest beginnt wie immer mit einem geistlichen Auftakt. In der St. Georg-Kirche wird zunächst der Schirmherr der Stiftung, Landesbischof Dr. Friedrich Weber im Rahmen einer Andacht die Festpredigt halten. Propst Thomas Gleicher zeichnet gemeinsam mit Ortspfarrer Christian Tegtmeier verantwortlich für die Liturgie.

Danach zieht die Gemeinde hinüber in die Festräumlichkeiten und sieht voller Erwartung zunächst dem kulinarischen Höhepunkt entgegen. Denn so viel ist jetzt schon sicher: Das kalt-warme Buffet, das in diesem Jahr gemeinsam von Karl-Heinz Fischer aus Wohlenhausen und den Mitarbeitenden des Alten- und Pflegeheims St. Vitus in Seesen ausgerichtet wird, lässt allerfeinste Qualität erwarten. Nicht anders steht es um die Getränkelage. Der neueste Stifterwein wird – natürlich ergänzt durch weitere Tropfen auch nichtalkoholischer Natur – die Gaumen der Stifter/Innen bestens zufriedenstellen. Nach den zu erwartenden, angeregten Tischgesprächen klingt der wohltuende Abend langsam aus.

Für alle, die den Weg nach Kirchberg aufgrund ihrer persönlichen Umstände selbst nicht antreten können, hat das Kuratorium für einen Shuttle-Service gesorgt. Jeweils 45 Minuten vor und nach der Veranstaltung fährt der Kirchenbus vom bzw. zum Kirchenzentrum in Seesen.

Der Festredner hat übrigens eine durchaus steile Karriere hingelegt. Mit seinen 47 Jahren hat er es, gebürtig aus Vietnam, innerhalb kurzer Zeit zunächst innerhalb seiner Partei bis ins Bundespräsidium gebracht und von dort aus sehr zügig in die Bundespolitik. Was Philipp Rösler geradezu prädestiniert für seine herausfordernde Ministertätigkeit auf Bundesebene ist ganz sicher der Umstand, dass er gerade auf dem Gebiet der Humanmedizin allerbeste Kenntnisse mitbringt. Immerhin hat er seine Promotion im Fachgebiet Herz-Thorax-Gefäßchirurgie absolviert. Daher verwundert es nicht, dass sich im Vorfeld bereits jetzt schon federführende Persönlichkeiten im regionalen Gesundheitswesen fest zu dieser Veranstaltung angemeldet haben.

Allerdings sei der Vollständig halber noch ein Umstand klar benannt. So kirchlich orientiert und zugleich weltoffen die Stiftung agieren will, so offen ist sie natürlich auch für Neues und vor allem auch für Neue. Mit anderen Worten: Wenn jemand gern an diesem Stifterfest teilnehmen möchte, obwohl keine schriftliche Einladung erfolgt ist, möge sich bitte persönlich im Propstei-Büro bei Anja Loske unter der Rufnummer 05381 – 94 29 20 melden.

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Zum Jahreswechsel 2009/2010

Zunächst ist ein besonderes Ereignis zum Jahresende 2010 zu erwähnen. Es betrifft den Verkauf leckerer Erbsensuppe auf dem Seesener Weihnachtsmarkt am Samstag vor dem dritten Advent:

Stiftung „Kirche in unserer Zeit“ auf dem Seesener Weihnachtsmarkt
Die Suppenköche der Stiftung stellten erneut ihre Kunst unter Beweis

Am vergangenen Samstag bewirtete die Stiftung „Kirche in unserer Zeit“ abermals die sehr zahlreich erschienenen Gäste aus dem Gebiet der ev.-luth. Propstei Seesen mit leckerer Suppe sowie passend dazu kredenzten Bockwürstchen. Für die adäquate Tafelmusik sorgte wiederum der Propstei-Posaunenchor unter der bewährten Leitung von Propstei-Kantor Andreas Pasemann.


Die Suppenköche bei der Arbeit…

Die Suppenköche der Stiftung – Propst Thomas Gleicher, Dietmar Kelm, Jörg Brethauer, Frank Preuß, Harald Imig und Helmut Schwabe - hatten sich auf dieses fröhliche Ereignis im weiten Vorfeld und aufgrund entsprechender Vorerfahrungen bestens eingestellt. Suppe gab es – dank der Sponsoren – natürlich reichlich und das zugewandte Engagement des Alten- und Seniorenzentrums St. Vitus trug auch in diesem Jahr zum vollen Erfolg dieses mittlerweile zum festen Bestandteil des Seesener Weihnachtsmarktes avancierten Events bei.


Der Posaunen-Chor mit angenehmer Tafelmusik…

Das Kuratorium der Stiftung zeigte sich nach rund drei Stunden dann auch sichtlich zufrieden über den Verlauf der vorweihnachtlichen Verköstigung. Propst Gleicher fasste seine Eindrücke schließlich dahingehend zusammen, dass immer mehr Menschen in der Propstei die Bedeutung der Stiftung erkennen und dadurch dazu beitragen, das kirchliche Leben in den Gemeinden zukunftsfähig aufzustellen.

Zum Neuen Jahr, das unter der biblischen Jahreslosung - „Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich" (Johannes 14,1) – steht, ist zunächst festzuhalten, dass bis zum Erreichen der gesteckten Ziele zwar noch die eine oder andere Hürde genommen werden muss, dass aber alle Signale dazu insgesamt auf grün gesetzt sind. Denn die Stiftung erwartet hohen Besuch!

Am 19. Februar 2010 wird Bundegesundheitsminister Dr. Philipp Rösler die Festrede beim Stifterfest halten. Dieses Fest findet in Kirchberg statt. Zunächst wird um 18 Uhr der Schirmherr der Stiftung – Landesbischof Dr. Friedrich Weber aus Wolfenbüttel – die Predigt bei der Andacht in der Kirche halten. Anschließend wird die Festrede mit großer Aufmerksamkeit erwartet. Danach gibt es kulinarische Köstlichkeiten vom Feinsten, geliefert und gesponsert zum einen vom Altenheim St. Vitus in Seesen und von Landwirt Karl-Heinz Fischer aus Wohlenhausen. Dieser Teil der Veranstaltung findet in den Festräumen der Familie von Petersdorff-Campen statt. Die Stiftung befindet sich auf einem erfolgversprechenden Wege!

Das Kuratorium der Stiftung „Kirche in unserer Zeit“ wünscht allen, die diese Web-Seite besuchen, Gottes Segen für das Neue Jahr 2010!

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Advent 2009

Nun beginnt sie wieder – die schöne, liebe Adventszeit! Es ist die Zeit der guten Stunden, eine Zeit der Erwartungen und der Vorfreude auf das bevorstehende Weihnachtsfest. Feierstunden mit Geschäftspartnern, Kegelbrüdern und Chorsänger/Innen, Besuche zwischen Menschen, die sich lange nicht gesehen oder gesprochen haben. Es scheint, als ob für eine kurze Zeit alles ganz anders ist als sonst.
Dieser Eindruck trügt. Auf dem unten abgebildeten Bild ist ein Nussknacker abgebildet, dahinter ein großer Baum im Raureif. Davor eine Nuss mit dem Umriss zweier Liebenden.

Natürlich fördert der gegenseitige Kontakt die Möglichkeit, harte Nüsse zu knacken. Aber in einer lockeren Feierlaune werden oft Dinge gesagt und getan, die am Morgen danach keinen wirklichen Bestand haben. Die Adventszeit, kirchlich gesehen, hat etwas eher Sprödes, Klotziges und Karges an sich. Das weisen schon die biblischen Texte aus, die für diese Zeit im Zentrum von Gottesdienst und Predigt stehen. Busse und Umkehr dominieren, und nicht Kaminfeuer, klirrende Kälte und die genussvolle Lektüre eines verlockenden Buches. Kurz: Kirchlicher Advent ist und bleibt eine „harte“ Nuss für sich.

Jedoch: Sie ist relativ einfach zu knacken! Man braucht dazu weder einen Nussknacker noch andere häusliche Hilfsmittel, sondern lediglich die Bereitschaft, sich den stillen, leisen Tönen des eigenen Gewissens anzuvertrauen und dann zu handeln, wie das Herz es will.
Die Stiftung „Kirche in unserer Zeit“ ist aktuell ebenfalls damit beschäftigt, sich den leisen Tönen zu stellen, die (aus der Öffentlichkeit) an sie herangetragen werden. Das Kuratorium der Stiftung hat auf der jüngst abgehaltenen Klausur mit dem Propstei-Vorstand darüber nachgedacht, wie aus den eher leisen Tönen in naher Zukunft vielleicht noch kräftigere Impulse werden könnten. Ergebnis: Weitermachen, informieren, präsentieren.
Und das haben wir auch vor. Zunächst bieten wir beim kommenden Weihnachtsmarkt in Seesen am 12. Dezember 2009 wieder in der Zeit zwischen 11 und 13 Uhr leckere Erbsensuppe an. Dabei wird – quasi als Tafelmusik – der Propstei-Posaunen-Chor weihnachtliche Musik darbieten.
Als nächstes Projekt steht das Stifter-Fest ins Haus. Am 19. Februar 2010 wird in Kirchberg der neue Gesundheitsminister Philipp Rösler zur Stiftergemeinschaft sprechen. Philipp Rösler gilt als ein Sternchen am Politiker-Himmel. Der gebürtige Vietnamese hat mit seinen 36 Jahren bereits eine steile Karriere hingelegt: niedersächsischer FDP-Landesvorsitzender und Wirtschaftsminister, Arzt und nun im neuen Bundeskabinett.
Das aber ist noch nicht alles für die nächste Zeit. Das Kuratorium wird rechtzeitig zu diesem Stifter-Fest eine gesponserte Broschüre herausgeben, in der Rechenschaft über die ersten fünf Jahre der Stiftungsarbeit abgelegt wird.
Begegnung, Kontakt, Miteinander – so ließe sich die adventliche Aufgabe beschreiben, der sich auch die Stiftung dieser (Advents-) Tage stellen möchte. Das Kuratorium würde sich sehr freuen, wenn Sie bei diesen schönen Events bei und mit uns sein könnten, und wünscht Ihnen mit ihren Familien eine gesegnete Zeit!

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